Am Donnerstag, 07.05.2026, feierte Bischof Olaf Koch mit dem gesamten Gemeindeverbund Möhne einen Gottesdienst in Bad Sassendorf. Als Grundlage hierfür diente das Textwort aus dem Evangelium nach Lukas (Kapitel 22, Verse 28, 29):
"Ihr aber seid's, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtung. Und wie mir mein Vater das Reich bestimmt hat, so bestimme ich für euch."
Zu Beginn des Gottesdienstes erläuterte der Bischof den Kontext der von Jesus im Rahmen des letzten Abendmahls gesprochenen Worte. Dabei habe Jesus das Positive hervorgehoben und Dankbarkeit gezeigt, ohne auf die menschliche Unvollkommenheit seiner Jünger einzugehen. Er habe versprochen, ihnen das Reich zu geben, weil sie mit ihm in seinen Anfechtungen ausgeharrt hatten.
Das ganze Leben Jesu sei von Anfechtungen geprägt gewesen, aber Bischof Koch bezog sich hier insbesondere auf die Anfechtungen, die die Jünger mit ihm erlebt hatten, beispielsweise
- die Zweifel an seiner Gottessohnschaft (durch die Juden, durch die Einwohner Nazareths und durch seine eigenen Verwandten)
- die Kritik an seinem Verhalten (er verkehrte mit Sündern und mit den Menschen aus Samarien)
- das Unverständnis für seine Botschaft (Jesus sprach vom Glauben und dem ewigen Leben, seine Zuhörer wünschten sich aber materielle Hilfe und die Befreiung von der römischen Herrschaft)
Anschließend schlug der Bischof den Bogen in die Gegenwart und ging auf die Anfechtungen ein, denen wir als gläubige Christen ausgesetzt seien: Wir stießen auf Unverständnis, wenn wir regelmäßig die Gottesdienste besuchen und wir müssen Verzicht üben und Nachteile in Kauf nehmen. Dennoch rief der Bischof dazu auf, das Leben als Christ nach dem Willen Gottes auszurichten. Er gab den Anwesenden die Zusage, dass sie die Gewissheit haben, am Reich Gottes teilzuhaben, auch wenn sie nicht jeder Anfechtung standhalten, denn Jesus habe die Sünden für sie überwunden.
In seinem Predigtbeitrag unterstrich Priester Waldemar Neumann die Ausführungen des Bischofs und hob die Gnade Gottes hervor, die jedem zuteil werde, der aus Liebe zu Gott bemüht sei, seinen Willen zu tun. Schon die ersten Christen blieben treu und erlebten keinen Mangel. Dies solle uns ein Ansporn sein, es ihnen gleich zu tun.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls wurde Priester Waldemar Neumann nach über 40-jähriger Tätigkeit als Amtsträger in den Ruhestand versetzt. Der Bischof dankte ihm für seinen Einsatz und wünschte ihm Kraft, Mut und Zuversicht, und dass er stets die Nähe Gottes spüren möge.
Auch der Vorsteher des GV Möhne, Friedhelm Stadelmeier, sowie der ehemalige Vorsteher, Richard Neumann, und die Dirigentin des Gemeindechors, Heidi Norbat, dankten dem Ruheständler von Herzen und überreichten Geschenke aus den Reihen der Amtsträger und Geschwister.
Der Chorgesang (mit Sängerinnen und Sängern aus allen drei Gemeinden) bot einen festlichen Rahmen für den Gottesdienst. Im Anschluss gab es die Möglichkeit für persönliche Gespräche und Danksagungen.
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