Gütersloh-Ost. Am 1. Juni, einem Donnerstagabend, besuchte Bischof Karl-Erich Makulla in Begleitung vieler Amtsträger aus dem Bezirk Paderborn und der Gemeinde Gütersloh-Mitte die Gemeinde Gütersloh-Ost.
Anlass des Besuchs war die anstehende Inruhesetzung von Priester Joachim Berg, der fast 44 Jahre als Amtsträger der Neuapostolischen Kirche gedient hatte, davon über drei Jahrzehnte im Priesteramt.
Aufgrund des Todes des vormaligen Vorstehers Jörg Schürmann war Priester Berg seit dem vergangenen Herbst der letzte „gemeindeeigene“ Amtsträger der Gemeinde Gütersloh-Ost. Die Gemeinde wird seit dem 11. Januar 2023 von Priester Volker Sädler geleitet, der auch Vorsteher der Gemeinde Gütersloh-Mitte ist.
Der Bischof stellte die Predigt in der zu diesem Anlass gefüllten Kirche unter das Bibelwort aus Jesaja 43, 19: „Denn siehe, ich will ein Neues schaffen. Jetzt wächst es auf, erkennt ihr es denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste, und Wasserströme in der Einöde.“
Das zum Beginn vom Chor gesungene Lied „Mit dem Herrn fang alles an“ griff der Bischof auf und verdeutlichte, dass es für die Erreichung eines Ziels nötig sei, Gott zu vertrauen. Es würde sich sogar herausstellen, dass Gott Neues schaffen könne. Das wäre menschlich oft nicht vorstellbar, doch diese Hoffnung könnten wir heute haben.
Neues bedeute auch Veränderung. Nachfolger Jesu sollten bereit sein, überkommene Vorstellungen beiseitezustellen. Als Beispiel nannte der Bischof die aktuell vollzogene Einführung der Frauenordination, die Ergebnis neuer Entwicklungen in der Kirche sei.
Noch einmal wurde Priester Berg gebeten, sich an die Gemeinde zu wenden. Er griff den Gedanken der Veränderungen auf: Gott wolle Seelen dahin verändern, um einmal auf ewig bei ihm zu sein. Der Priester wies in diesem Zusammenhang auf das Lied „Bewahr‘ auf deinen Wegen“ hin, dass er sich für den Gottesdienst gewünscht hätte. Bislang hatte er verinnerlicht, das Lied hieße „Bewahr‘ auf meinen Wegen“, aber das sei nicht der Fall. Es gehe um die Bewahrung auf den von Gott gelegten Wegen, die oft völlig anders seien als in der menschlichen Vorstellung. Mit herzlichen Worten des Danks an die Gemeinde schloss Priester Berg seinen letzten Predigtbeitrag.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls gab der Bischof an Priester Berg Dankesworte zurück - vom Apostel, der Gemeinde und den Amtsbrüdern für seine Treue, Beständigkeit und Zuverlässigkeit, auch unter persönlichen Einschränkungen und Belastungen. Den Dank erweiterte er auf die Familie des Priesters, seine Ehefrau und die vier Kinder, die die Arbeit im Hintergrund erst möglich gemacht hätten. Der Bischof äußerte die Gewissheit, dass Priester Berg auch in seinem Ruhestand Gott rühmen werde, durch sein Lächeln und freundliche Worte für seine Mitmenschen.
Nach der förmlichen Inruhesetzung fügte Vorsteher Sädler weitere Dankesworte an. Zum Abschluss des Gottesdienstes sang die Gemeinde schließlich noch drei Strophen des Wunschliedes „Bewahr‘ auf deinen Wegen“.
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