Mit großer Vorfreude erwarteten die Anwesenden aus den Gemeinden Lippstadt und Rheda-Wiedenbrück den Besuch des Apostels René Follmann in der Neuapostolischen Kirche in Lippstadt am 6. Mai 2026. In diese Freude mischte sich aber auch Wehmut, denn der Vorsteher der Gemeinde, Priester Marc Weidner, sollte in den Ruhestand versetzt werden.
Als Grundlage des Gottesdienstes verwendete Apostel Follmann das Bibelwort:
"Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und das Trachten der Herzen offenbar machen wird. Dann wird auch einem jeden von Gott Lob zuteilwerden."
Am Anfang der Predigt bezog sich der Apostel auf die vom Chor zuvor vorgetragene Liedzeile: "[...] zieh Blicke und Gedanken zu dir hinauf" (CM 116,3). Unsere Blicke beurteilten und verurteilten oft, obwohl wir gar nicht alles wissen, so Apostel Follmann. Unsere Gedanken seien Stückwerk, dadurch sei eine Beurteilung oft gefährlich. Richte man seine Blicke und Gedanken auf Gott, könne er dabei helfen, den Nächsten auf Seine Art und Weise zu sehen.
Auf das Textwort eingehend stellte der Apostel drei Punkte besonders heraus:
1. Gott. Er könne aus Schwachheit Stärke machen. Wenn die Menschen schon aufgeben, gebe er die Kraft, weiter zu machen. Dazu brauche es Gottvertrauen.
2. Der Nächste. Jeder solle mit göttlichem Maßstab messen und nicht mit dem menschlichen. Als Beispiel nannte er Thomas, auf den sich oft als "ungläubiger Thomas" bezogen wird. Und doch habe dieser sein Erkennen der Auferstehung Jesu in starken Worten bezeugt.
3. Jeder selbst. Jeder solle sich immer fragen: "Wonach soll ich mich ausrichten?" Nicht wie man von den Menschen gesehen werde, sei entscheidend, sondern wie Gott einen sieht, zähle. Lassen wir uns nicht ablenken.
Priester Marc Weidner hob (in seinem daran anschließenden letzten Predigtbeitrag im aktiven Dienst als Priester) hervor, man könne (und brauche) sich vor Gott nicht verstecken. Jesus sei in jeder Sekunde bei uns, er liebe uns. Dieser Gedanke möge ein warmes Gefühl in uns auslösen.
Zur Verabschiedung in den Ruhestand hielt der Apostel einen Rückblick auf das Wirken des Vorstehers von Lippstadt, Priester Marc Weidner. 2008 in das Diakonenamt für die Gemeinde Rheda-Wiedenbrück eingesetzt, wirkte er freudig in vielen Bereichen seiner Gemeinde. Anfang 2020 empfing er das Priesteramt und den Auftrag als Vorsteher-Vertreter für die Gemeinde Lippstadt. Auch und ganz besonders in dieser Zeit habe er sein Herz eingebracht und seither die Gemeinde begleitet.
In den Zusammenkünften der Amtsträger habe Priester Weidner mit seinen ehrlichen und offenen Gesprächen viel Anregungen zum Nachdenken gegeben, betonte der Apostel.
Als kleines Dankeschön und Zeichen der Wertschätzung wurde dem Vorsteher und Priester (nun in Ruhe) ein großer Präsentkorb überreicht. Nach dem Gottesdienst durften die Anwesenden noch ihre guten Wünsche übermitteln und bei einem kleinen Umtrunk zusammen sein.
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